Theaterstücke

Der Meisterdieb

Die Geschichte des Singspiels DER MEISTERDIEB wird im wesentlichen in den Songs und Liedern, die durch den Chor oder solistisch vorgetragen werden, erzählt. Es ist deshalb von großer Wichtigkeit, daß dem Chor und den (evtl. vom kleinen Chor unterstützen) Solisten von Beginn an auch ihre Rolle als Spieler und Darsteller verdeutlicht wird. Neben dem stimmtragenden Hauptteil des Chores, der je nach Vorstellung des Regisseurs und/oder des Chorleiters während der Aufführung eine feste Position (im Hintergrund) einnehmen sollte, ist ein kleinerer Teil des Chores, der Teil, der Marktleute und Zuhörer darstellt, so flexibel einzusetzen, daß er das dramatische Geschehen deutlich illustrieren kann. Bei den reinen Sprechrollen, die sich auf den Erzähler und auf den dritten Geschichtenerzähler Jussuf beschränken (einige wenige Sätze werden auch von den Zuhörern auf dem Basar gesprochen), ist es wichtig, Darsteller zu finden, die durch ihr Sprechvermögen, ihren Stimmumfang und ihr schauspielerisches Talent für die Rollen geeignet sind. Durch kleine Vorsprechübungen können die geeigneten Kandidaten schnell gefunden werden. Mit Einzelproben gelingt es oft recht gut, noch fehlende Gestik und Mimik sowie eine dem Inhalt der Rolle angemessene Betonung und Darstellung des Textes zu erarbeiten. Die Stellungen des Erzählers und Jussufs sollten exponiert sein, ihre Auftritte, je nach Gestaltung des Bühnenganzen, harmonisch in den Handlungsablauf integriert werden. Ebenso sollten die Rollen der beiden Figuren so angelegt sein, daß durch Sprechweise, Gestik und Mimik immer Spannung erzeugt wird: einerseits, um die Aufmerksamkeit des (jungen) Publikums dauerhaft zu gewinnen, andererseits, um die Spannung im Ensemble selbst aufrechtzuerhalten, als Voraussetzung lebendigen und glaubhaften Spiels. Ebenso bedeutungsvoll wie die Erarbeitung der reinen Sprechpassagen ist die Gestaltung des mimischen Spiels des kleinen Chores bzw. der Gesangssolisten, der handlungstragenden Figuren: Achmed, Ibrahim, der Kalif und seine Diener sowie der Barbier. Der Handlung folgend sollte der Chorleiter und/oder der Regisseur versuchen, große Gesten herauszuarbeiten: Stolz, Selbstbewußtsein und Unterwürfigkeit, Gewalt, Abwehr und Beschwichtigung, Mut und Angst, verborgenes Handeln, Empörung im Volk über falsche Versprechungen, das Vertreiben des Erzählers (eine Schlägerei kann in großer pantomimischer Aktion - auch Slow Motion - angedeutet werden). Bei der Inszenierung ist es deshalb wichtig, daß alle Aktionen gut sichtbar und so einstudiert werden, daß sie leicht reproduzierbar sind. Ziel sollte sein, daß die Choreographie des mimischen Spiels den gesungenen Text in idealer Weise visualisiert. Die Erarbeitung des gesanglichen Ausdrucks gelingt oft problemlos. Auf dem Gebiet des Theaters aber haben die Schüler meist wenig oder keine Erfahrung. Es ist deshalb notwendig, die Spieler durch verschiedene vorgeschaltete theaterpraktische šbungen auf ihre Rollen vorzubereiten. Das kann durch kleine Rollenspiele, die inhaltlich an den MEISTERDIEB angelehnt sind, geschehen, oder durch Partnerspiele, bei denen z.B. einer dem anderen nachspielt, durch Raten von gespielten Situationen und Figuren u.ä. erreicht werden. Eine sehr wirkungsvolle Vorübung, bei der alle Schüler gleichermaßen eingebunden sind (Chor, Solisten, Schauspieler), stellen Imaginationsübungen dar, bei denen der Spielleiter eine Phantasiegeschichte erzählt, und die Schüler, jeder für sich, die erzählte Handlung spielt oder darstellend erlebt. Dabei ist es wichtig, daß der Spielprozeß nonverbal und mit großer Konzentration durchgeführt wird. Die auf diese Weise erzählten Geschichten können oder besser sollten sich auch auf Situationen aus dem MEISTERDIEB beziehen, z.B. auf die Basarsituation, die in allen Varianten imaginiert werden kann. Der Spielleiter hat hier viele Möglichkeiten, Themen einzubringen, die von den Spielern umgesetzt werden und die dann als Grundsituationen für das spätere Bühnenspiel anwendbar sind. Eine wichtige Funktion hat das Bühnenbild. Die phantasievolle und detaillierte Ausgestaltung des Basars steht hier im Vordergrund. Mit einfachen Mitteln läßt sich viel erreichen: Schultische sind Grundlage für Basarstände auf verschiedenen Ebenen, Teppiche, Lampen, Korbwaren aller Art, bis hin zum Kartenständer, der mit einigen malerisch gestalteten Kirschen als Obstbaum dient... So entsteht ein großer Anreiz zu einem engagierten Spiel, das Regisseur und/oder Chorleiter auf der undekorierten Probebühne noch vermißt haben. Der (perfekte) Illusionsraum Bühne wird somit (für den jungen und noch unerfahrenen Spieler) entscheidende Voraussetzung für ein überzeugendes und realistisches Spielen. Oft gewinnt die Inszenierung erst durch den Gesamtrahmen, der den Mitwirkenden die Vorstellungskraft verleiht, ganz in die Szene und die Handlung eintauchen zu können, den letztlich überzeugenden Ausdruck in der Darstellung. Die Umsetzung der Partitur sollte in kreativer Weise erfolgen. Wenn es die szenische Gestaltung erfordert, können die Vor-, Zwischen- und Nachspiele mehrere Male erklingen, dann gerne auch in improvisatorischer Auflockerung oder gleichsam als Variationen zu dem vorgegebenen notierten Thema. Auch gegen die ergänzende Mitwirkung eines (dezenten) Schlagwerks ist nichts einzuwenden. Die Solistenrollen dürfen gerne (klein-)chorisch besetzt werden, wenn jederzeit (etwa durch Fingerzeige oder Andeutungen auf die entsprechende Person) klar bleibt, wer der Handelnde ist, ob ein Einzelner oder das Volk zu Wort kommt. Der Chor kann dann beispielsweise auf den als Solisten agierenden Achmed zeigen, um deutlich zu machen, wer gerade handelt. Das Klavier muß in das Bühnenbild "eingebaut" werden. Auf einer Seite der Bühne kann es als Teil eines Basarstandes funktionieren, der Pianist (und ebenfalls der Flötist) sollte damit für das Publikum unsichtbar sein. Aus seinem "Versteck" heraus kann er oder zusätzlich der Chorleiter Einsätze geben und somit die Aufführung leiten.

Bestellen

Das Recht zur einmaligen Aufführung wird in Räumen mit bis zu 300 Plätzen durch den Kauf der Rollenbücher erworben. Andernfalls und ab der zweiten Aufführung ist eine beim Verlag zu erfragende Tantieme zu bezahlen.

Bestelldetails

Bestellnummer

E 350

Preis

16.60 €

Mindest​bestellmenge

12 Stück

Spieldauer

45 Minuten

Anzahl der Spieler

Für Querflöte, Klavier, 5 Solostimmen (od. einstimmig. Kinderchor) Noten im Text

Alter

8-13 Jahre