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Fernando Arrabal

Fernando Arrabal wurde 1932 in Melilla/Spanisch Marokko geboren und studierte in Madrid Jura. Seit 1955 lebt er in Frankreich und schreibt in französischer Sprache. Der Vater, ein in Marokko stationierter Offizier der republikanischen Armee Spaniens, wurde 1936 beim Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges verhaftet. Nach seiner angeblichen Flucht blieb er verschollen. Der Verlust des Vaters, der Verdacht, die pro-franquistische Mutter habe den Vater denunziert, die Szenarien des spanischen Bürgerkriegs sowie die Bilder faschistischer Machtdemonstration beeinflussten nachhaltig Arrabals Werk. 1962 gründete er mit Topor, Jodorowski und Sternberg die «Panische Bewegung». 1967 wurde er während einer Spanienreise wegen provozierender Äußerungen festgenommen und inhaftiert. Nach seiner Freilassung postulierte er ein théâtre politique, ein politisch engagiertes, anti-diktatorisches Theater.

Von Fernando Arrabal ist beim Deutschen Theaterverlag erhältlich :

Theaterstücke:

*Der Autofriedhof

Die Wracks auf einem Autofriedhof werden von dem Kellner Milos und der Dirne Dila wie Zimmer eines Luxushotels vermietet. Im Zentrum des Geschehens steht Emanou, Trompeter eines Terzetts, zu dem noch ein Klarinettist und ein Saxophonist gehören. Sie spielen für die Armen auf, denn auch sie sollen tanzen dürfen. Aber Emanou wird von der Polizei verfolgt, "weil es verboten ist, Musik zu machen." Ein Freund verrät ihn, ein anderer verleugnet ihn, er wird ausgepeitscht und schließlich auf einem Fahrrad gekreuzigt und weggeschafft. "Obwohl die Parallelen zwischen Emanou und Christus bis zur Blasphemie offensichtlich sind ..., ist es Arrabal dennoch gelungen, in diesem Stück eine Atmosphäre der Unschuld zu erschaffen. Mit ganzer Hingabe wird die Suche nach dem Guten in einer Welt betrieben, die voller Schmutz ist und jeglichen Sinnes entbehrt. In einer solchen Welt kann es keine fassbaren ethischen Maßstäbe geben; das Streben nach dem Guten wird zu einem Unterfangen, das in seiner Absurdität tragisch ist." (Martin Esslin)

 

*Picknick im Felde

Der Soldat Zapo erhält Besuch von seinen Eltern, die ihn zu einem Picknick im Felde einladen. Doch was für ihn das Schlachtfeld ist, scheint für die Eltern einfach nur "im Grünen" zu bedeuten. Meisterhaft und surreal setzt der Autor das Wortspiel um "Feld" in Szene.