Februar 2026 - Neuerscheinungen im Februar
Liebe Leserinnen und Leser,
schon vor über 300 Jahren, einige Zeit vor der französischen Revolution, hat Jean-Baptiste Molière mit „Der Geizige“ gezeigt, dass Geiz nicht „geil“ ist, wie eine Werbekampagne uns Heutigen vor einiger Zeit noch einreden wollte. Geiz ist die Kehrseite der Gier. Der Geizige hält sich nicht nur die Taschen zu, er will sie auch füllen bis zum Platzen. Dieser Charakter ist eine Strafe für sich selbst und alle anderen. Er ist von abgründiger Boshaftigkeit, aber - einmal entlarvt -, auch von unfreiwilliger Komik.
Norbert Müllers Bearbeitung „Der geizige Humbert“, bleibt nah am Original und ist als Ausstattungsstück – nach Belieben mit Musik – für Saalbühnen wie für Freilichtbühnen geeignet. Der Autor, Schauspieler und Regisseur mehrerer badischer Amateurtheater schrieb mit „Da geizich Humbert“ zunächst eine Dialektfassung, die erfolgreich uraufgeführt und auf Hochdeutsch umgeschrieben wurde.
Vom vorrevolutionären Frankreich ins nachrevolutionäre: „Der Graf von Monte Christo“ erzählt eine politische Intrige, ist aber als Liebes- und Rachedrama berühmt geworden. Unmäßiger Reichtum spielt auch hier eine Hauptrolle und führt zum Ziel, doch der verratene, seinen Racheplan ausführende Edmond Dantès, könnte am Ende auch moralisch über seine Gegner den Sieg davontragen. Wir freuen uns, Ihnen Stephan Fritz‘ Dramatisierung für Freilichtbühnen anbieten zu dürfen: „Der Graf von Monte Christo“, 2025 uraufgeführt im Naturtheater Heidenheim, dem Stephan Fritz seit Jahrzehnten, zuletzt auch im Vorstand, eng verbunden ist.
Ein großer Sprung ins Heute: „Das Gartenfest oder Kleine Lügen erhalten die Erbschaft“ heißt das neueste Stück der Südtiroler Autorin Selma Mahlknecht. Kryptospekulation, Künstlerexistenz, Influencing, Scheidungsprobleme … das alles kommt in den besten Familien vor, sie müssen nicht mal allzu groß sein. Die Familie Lilienheim verfügt immerhin über einen schönen Landsitz, und so versprechen sich die erwachsenen Kinder anlässlich des 60. Geburtstags ihres Vaters wenigstens pekuniäre Unterstützung für ihre jeweiligen Notlagen. Doch wie sieht es eigentlich im Leben des Vaters aus? Mehr eine Familienkomödie als ein Familiendrama hat das Stück ein versöhnliches Ende.
„Life-Coaching oder Schönes Leben“ ist der Titel der Komödie von Cathrin Glowania. Hella hat 5 Jahre Knast hinter sich und hofft auf einen Neustart und die Unterstützung ihrer Schwester Rosa, die scheinbar erfolgreich eine Coaching-Praxis betreibt. Doch kaum ist sie dort angekommen, sind ihr auch schon alte „Kollegen“ auf den Fersen. Als Rosa loszieht, um ihrer Schwester die wesentlichen Utensilien zum Untertauchen zu besorgen, stehen die zwei Auftragsmörder gleich vor der Tür. Doch aus der Not heraus entdeckt Hella ein verborgenes Talent: Sie ist der geborene Coach. Die beiden Gangster Luigi und Vito haben praktisch keine Chance mehr, ihr mörderisches Handwerk weiter auszuüben, denn: Zum Mord gibt es immer eine Alternative, man muss nur danach suchen.
Der Titel „Verrückte Hühner, dicke Eier“ oder auf plattdeutsch „Wiese Höhner, dicke Eier“ von Jürgen Weemeyer verrät schon, wo dieser Schwank spielt: Auf dem Land, genauer im „Hotel zur fetten Henne“, das einstweilen aber kaum mehr als nur Schlafplätze in der Scheune anbieten kann. Da heißt es kreativ werden, denn die Jungmanagerin Marie darf nicht noch einmal ein Unternehmen in den Sand setzen. Zum Glück gibt es den verliebten Maurergesellen Bernd, dem es gelingt, selbst die unzufriedensten Gäste mit immer neuen Überraschungen zu beglücken, so dass alle am Ende freudig in Vicky Leandros „Ich liebe das Leben“ einstimmen.
Und zum Schluss endlich ein neues Stück von Bernd Gombold: „So richtig schwer hat’s nur ein Pensionär“, eine Riesengaudi um den frühpensionierten Beamten Hermann, der seiner Frau Sieglinde entsetzlich auf die Nerven fällt. Die Ärmste, wehrlos gegen alles, was man ihr zumutet, hat schon genug Ärger mit Schwiegervater Karl, der immer an der Elektrik herumbastelt, um Kosten zu sparen und das Haus sicherer zu machen, dabei aber nur erreicht, dass sich alle ständig einen Stromschlag holen. Der Gipfel aber ist ihre Nachbarin Hanna, die nicht nur ein Haushaltsgerät nach dem anderen für das benachbarte Flüchtlingswohnheim entwendet, sondern auch noch einen von Abschiebung bedrohten, jungen Geflüchteten in Sieglindes Familie verstecken will. Versteht sich, dass der großmäulige Hermann und der schlitzohrige Karl nicht davor zurückschrecken, die Notlage eines Menschen für ihre eigenen Zwecke zu nutzen, doch da werden sie eine Besseren belehrt …
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Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen.
Herzliche Grüße aus Weinheim
Ihr
Deutscher Theaterverlag
Gabriele Barth