Juli 2026 - Sommerneuerscheinungen für Schulen und Vereine
Sehr geehrte Damen und Herren,
wenn Sie auf dem Balkon, im Park oder an Ihrem Urlaubsort in Theaterstücke hineinlesen möchten, die so neu sind, dass Sie sie garantiert noch nicht kennen, sind das hier unsere Vorschläge:
Die Kreuzfahrt – Traum für die einen, Alptraum für die anderen. Für die junge Autorin und Dramaturgin Nicole Zick, zurzeit auch Intendantin der Theaterwerft Greifswald, ist das Kreuzfahrtschiff ein perfektes Versuchslabor, um menschliche Entscheidungen und Verhaltensweise unter die Lupe zu nehmen. In „MS Triage“ spielt sie die Frage durch, nach welchen Kriterien lebenserhaltende Maßnahmen ergriffen werden sollen, wenn die medizinischen Kapazitäten nicht für alle ausreichen. Klare ethische Überzeugungen, so zeigt sie, werden schnell unklar, sobald mehrere Entscheidungsträger ihre nachvollziehbaren, keineswegs unehrenhaften Motive ins Spiel bringen. Ob Ärztin, Kapitän oder Kreuzfahrt-Direktorin: Sie alle werden in diesem Stück wider Willen zu Philosophinnen und Philosophen. Nicht im Seminar, sondern im richtigen Leben. Und das Publikum, das über zwei unterschiedliche Schlüsse entscheiden darf, ebenso. Ein „Dilemmical“ mit offenem Ausgang.
(Zu ethisch fragwürdigen Fällen von Transplantationsmedizin gibt es außerdem ein Stück von Corinna Rues-Benz, „Big Spender“.)
Volker Zill, seit rund 30 Jahren in der Jugend-, Schul- und Amateurtheaterszene des Rhein-Main-Gebiets unterwegs, veröffentlicht mit „Best Friend“ sein erstes Theaterstück, ein Jugendstück, in welchem der 16jährige Kolja von einem ganz „normalen“ Jugendlichen in kurzer Zeit zu einem KI-Junkie wird, der seine Eltern beklaut und zu niemandem mehr Vertrauen hat. „Schuld“ daran ist Liebeskummer, die nicht erwiderte Zuneigung zu einer Mitschülerin. Im Chat mit der KI möchte er herausfinden, wie er Mina für sich gewinnen kann. Die passgenauen Dialoge zeigen die verführerische Seite einer manipulativen KI, die einerseits unterstützen kann, zum Beispiel als Nachhilfe im Unterrichtsstoff, in erster Linie aber auf Schmeichelei und die Abhängigkeit des Kunden abzielt. Der Lernprozess, den Kolja schließlich durchmacht, ist extrem schmerzhaft und endet offen. Daher bietet auch dieses Stück zwei entgegengesetzte, gleichermaßen realistische Schlüsse an. Ein spannendes Jugendstück für 2 weibliche und 4 männliche Darsteller*innen.
„Im Handy oder Leg doch mal das Handy weg“ ist der Titel des fünften Theaterstücks unserer Autorin Sina Adler, das sie diesmal mit ihrer Kollegin Lara Ehrichs unter tatkräftiger Mitarbeit von 22 Schüler*innen verfasst hat. Das rund einstündige Schulstück ist ein scheinbar chaotischer, wilder Chor aus den Stimmen einer KI und diverser Apps, die von 11 – 27 Personen repräsentiert werden können. Rollen im herkömmlichen Sinne gibt es vier: Der Schüler Piet, seine Mutter, seine Mitschülerin Lisa und seine KI.
Wenn alle Apps, die Jugendliche genauso wie Erwachsene ununterbrochen herunterladen, in einem realen Raum mit ihren Nutzern lebten und redeten, wäre für den/die Nutzer* darin kein Platz mehr und es würde sich vielleicht so anhören wie in diesem Stück.
(Von Sina Adler haben wir außerdem drei interaktive Schulkrimis im Programm, eine ganz besondere Form des Theaterspiels als „Schnitzeljagd“.)
Zum Schluss noch etwas für Liebhaber*innen des gepflegten Konversationsstücks: „Homburg oder Vergiss nicht, zu schreien“ von Herbert Jost-Hof. Silvester im Haus eines wohlhabenden Werbemanagers. Der Reiz seiner Silvesterparys liegt darin, dass jeweils ein Überraschungsgast eingeladen wird, dessen Identität die Gäste durch Fragen erraten sollen. Diesmal irritiert der Gast bereits durch seinen Hut. Keine Kappe, kein Zylinder, keine Melone: ein Homburg. Auffällig ist außerdem, in welchen Rätseln er spricht. Weshalb erwähnt er eine verschwundene Schauspielerin, mit der der Hausherr eine Affäre hatte? Was weiß er darüber, und geht es hier möglicherweise um Mord? Lesen Sie selbst!
- Alle unsere Theaterstücke senden wir Ihnen gerne unverbindlich in kompletter Länge als PDF oder über den Postweg (hier gegen Unkostenbeteiligung).
Auf www.dtver.de können Sie sie zur Hälfte ihres Inhalts anlesen.
- Wenn Sie uns schreiben wollen, freuen wir uns über Nachrichten auf theater@dtver.de
Wir wünschen Ihnen erholsame Sommerferien und sind mit den besten Grüßen
Ihr
Deutscher Theaterverlag
Gabriele Barth