Theaterstücke

Gegenwartsdramatik

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*Fisch um Fisch

In dem ersten Theatertext von Roland Schimmelpfennig wird hart gekämpft um geheimnisvolle Objekte, um den Fisch, um die Existenz. Ohne Umwege beginnt die Handlung: "Gib mir die Schuhe" fordert der junge Mann vom alten und bricht ein in seine Hütte, unversehens. Fische will er fangen, mitten im Winter, die blauen Heringe unter dem Eis. Dazu braucht er Dinge, die das junge Mädchen auf seinen unsichtbaren Wegen findet. Sie sind greifbar, sichtbar, nützlich und festumrissen. Dennoch verwandeln sie sich unter dem Blick der Menschen wie im Märchen. Aus einem Löffel wird ein Ruder, ein Schlüssel aus Gold und Silber.
 

Spieldauer:

90 Minuten

Autor

Von Roland Schimmelpfennig.

Anzahl der Spieler

W:1 M:3

*69

Im Winter 2002 wurde in Deutschland eine Person verhaftet, die einen Liebhaber auf dessen Wunsch hin gegessen hatte.

Spieldauer:

90 Minuten

Autor

Von Igor Bauersima.

Anzahl der Spieler

W:1 M:1

*Antiklimax
Auch in Antiklimax, einem der letzten Stücke Werner Schwabs, sind die Abgründe der Familie - hier: der Kleinbürger - schmerzlicher Dreh- und Angelpunkt der Welt. Vater, Mutter, Bruder, Schwester: Sie alle fügen sich gegenseitig Verletzungen zu, verbal und physisch. Tod ist die logische Konsequenz der übergroßen familiären Idiosynchrasie.
Mariedl lebt in diesem Stück weiter, die unvergeßliche Königin der Aborte aus den Präsidentinnen. Auch in Antiklimax ist sie eine Geschundene, die ihr Schicksal mit übergroßer Geduld erträgt, hier aber sie selbst übersteigende Einsichten zelebriert.
Die Sprache Schwabs erreicht, wenn das nach all den vorangegangenen Stücken denn überhaupt noch geht, einen weiteren Höhepunkt und erhebt das Kleinbürgerdrama zum großen Welttheater. Archaisch, biblisch, mythisch, fäkalisch.

Spieldauer:

90 Minuten

Autor

Von Werner Schwab.

Anzahl der Spieler

W:2 M:5

*Offene Gruben Offene Fenster
ER und SIE sprechen wie in einer Versuchsanordnung. Sie tasten verschiedene Räume ab, durchsuchen ihre wechselnden Gefühle, erproben diverse Zustände. Sie ersprechen sich die Wirklichkeiten, debattieren über Gott und Blasphemie oder über Optionen, wie man leben könnte. Zusammen oder allein. Denn permanent schwankend zwischen der Vertrautheit des Du und der Distanz des Sie spielen sie auch die Möglichkeit durch, sich zu lieben. Ist die Liebe dann aber da, wird sie geleugnet. Ist sie nicht da, wird sie mit eskapatischen Wendungen herbeigeredet. Vorsicht und Aggression, Direktheit und Ausweichen, Entwicklung und Rückschritt - die Dynamik des Ersprechens ist grenzenlos. Das VEHIKEL - mal mit Attributen der Frau, mal mit denen des Mannes, mal ganz nackt - ist die Projektion diverser Aggregatzustände.

Offen Gruben, offene Fenster ist auch eine Manifestation der Kraft der Sprache.
"Gesprochen wird äußerst unzufällig. Man färbt die Worte persönlich, um sich womöglich gemeinsam auszukennen. Jedes Wort, jede gedankliche Verbindung ist eigentlich ein Versuchsballon. Andererseits betrachtet man das Gesprochene wie frisches Blut, das man in den Mund nehmen will, nachdem man sich verletzt hat." (Werner Schwab, Vorbemerkung zu Offene Gruben, offene Fenster)

Spieldauer:

90 Minuten

Autor

Von Werner Schwab.

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