März 2026 - Inspiration: Antike
Liebe Leserinnen und Leser,
die griechische Literatur der Antike beeinflusst die schreibende Zunft bis heute. Sie ist gymnasialer Schulstoff und unerschöpflicher Fundus für Fernsehserien, amerikanische Streaminganbieter und deutsche Schul- und Stadttheater.
Unser Autor Martin Pfaff hat nach „Odysseus‘ Abenteuer“ mit „Die Orestie (revisited)“ ein zweites Antikenstück veröffentlicht. Beide Male benutzt er, witzig und ernsthaft zugleich, die dichterische Überlieferung als Folie für konkrete Fragen an unsere Gegenwart. Zum Beispiel für die Frage, ob sich die Vernunft eines Einzelnen (Odysseus) gegen die Gruppendynamiken einer Mannschaft behaupten kann. Denn Eigennutz und Gier werden die Heimreise der erschöpften Krieger fast verhindern. Die “Heimkehr des Helden“, ein Topos der Literatur seit Homer, ist nur wenigen vergönnt. Unter den Heimkehrern sind Odysseus und Agamemnon, der „Held“, der seine Tochter opferte. Hier knüpft, sehr frei nach Aischylos, „Die Orestie (revisited)“ mit einem aktuell besonders drängenden Thema an: Die Ablösung des blutigen Rachemotivs durch allgemein anerkannte Rechtsprechung. In den Worten Martin Pfaffs: „Eine Tragikomödie über Identität und Haltung in Krisenzeiten. Eine Farce über den Menschen im Riss zwischen Barbarei und dem Traum von der demokratischen Zivilgesellschaft.“
„Odysseus‘ Abenteuer“ eignet sich für ein Publikum ab ca. 12 Jahren.
„Die Orestie (revisited)“ richtet sich an ältere Jugendliche und Erwachsene.
Martin Pfaff arbeitet seit vielen Jahren als freier Regisseur an verschiedenen Stadttheatern, für die er seine Stücke schrieb.
Auch Theresa Sperling, „Spoken Word“-Poetin und Autorin von Jugendromanen, greift in ihren Schultheaterstücken wiederholt auf antike Stoffe zurück: Mit „Antigones Traum“, mit „Elektra“ und „Frieden Kriegen“ wendet sie sich vor allem den Schicksalen der Mädchen und Frauen zu, die weder die Gesetze gemacht noch die Kriege begonnen haben, aber immer darunter leiden müssen. Diese und ihre anderen Theaterstücke, aber auch ihre Texte zum szenischen Weiterschreiben „Über uns die Sterne und unter uns die Angst“, wurden mit großem Erfolg von ihr selbst mit Schüler*innen realisiert und häufig nachgespielt.
Einen anderen, humorvollen Zugang zu Stoffen der Antike bietet Bernd Klaus Jerofke. Zum Beispiel mit seinem Jugendstück „Wer ist die Schönste? oder Wie der trojanische Krieg begann“.
Die jugendlichen Göttinnen und Götter Griechenlands sind sich uneins, was von den Menschen zu halten ist. Sind sie vor allem dumm, eitel, neidisch und arrogant oder einfallsreich, erfinderisch und begabt für das Gute? Göttervater Zeus, der nicht an die Menschheit glaubt, schlägt seiner Verwandtschaft nicht ohne Hintergedanken eine fatale Wette vor, in deren Verlauf es zum trojanischen Krieg kommt.
In „Prometheus oder Das Menschengeschlecht“ geht es nicht zuletzt um die „Büchse der Pandora“, die von den Menschen, von denen sich Zeus betrogen sieht, geöffnet wird. Spielbar ist dieses Stück schon ab 13 Jahren.
Für noch jüngere Spieler*innen zwischen 10 und 13 Jahren eignet sich „König Midas oder Der goldene König“: Midas hat den Wunsch, dass alles, was er berührt, sich in Gold verwandle. Erst nachdem die Götter seinen Wunsch erfüllt haben, erkennt er seine verhängnisvolle Torheit. Gold kann man weder essen noch trinken.
Weitere Stücke mit Bezügen zur Antike finden Sie auf www.dtver.de unter den Schwerpunkten
- Stücke für junge Erwachsene/Stücke mit historischem oder mythologischem Bezug/Klassiker- adaptionen und Literaturtheater sowie
- Stücke für Kinder und Jugendliche (6 -16 Jahre)/Klassiker für Kinder und Jugendliche.
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Mit herzlichen Grüßen von der Bergstraße
Ihr
Deutscher Theaterverlag
Gabriele Barth