April 2026 - Gute Unterhaltung!
Liebe Freundinnen und Freunde des Theaters,
Christine Steinwasser, Lehrerin an einem Münchner Gymnasium, schreibt seit gut zehn Jahren zuverlässig lustige und spannende Kriminalkomödien. Ihr neuestes Stück „‘nen Killer gibt’s immer“ spielt in einer Villa. Wer hätte nicht schon davon geträumt, eine schöne alte Villa zu erben? Die finanziell klammen Schwestern Laura und Paula haben dieses Glück und werden trotzdem nicht froh. Was tun mit den vielen Zimmern? Erst mal vermieten, an Fremde natürlich. Man wird schon miteinander auskommen. Tut man leider nicht, erst recht nicht, als eine Tote in der Küche liegt und ausgeschlossen ist, dass jemand von außerhalb diesen Mord begangen hat. Aber klar, von den neuen Mietern will’s keiner gewesen sein. Sind sie denn wirklich alle die, als die sie sich ausgegeben haben? Wie lässt sich herausfinden, wer sich unter falscher Identität eingeschlichen hat?
„Feuchte Verliese“ von Ina C. Kocher hat ebenfalls ein interessantes Gemäuer zum Schauplatz: Burg Schattenschloss, auf der die Vampirgräfin Clarice mit ihren beiden Töchtern seit Jahrhunderten lebt. Um den Verfall der Burg aufzuhalten, engagieren die klugen Töchter ein Filmteam, dem sie die Burg gegen gutes Geld vermieten. Es hat nur niemand so genau hingeschaut, welche Art von Film hier gedreht werden soll … Ein Stück für erwachsene Spieler*innen, die sich ein bisschen was trauen.
Wie seine Kollegin Christine Steinwasser schreibt auch Karlheinz Frankl seine Stücke jeweils für eine schulische Theatergruppe. Nun hat er mit „Kann weg?! Ein Stück mit Clowns“ sein mittlerweile siebtes, praxiserprobtes Theaterstück veröffentlicht. Der Zirkus, Metapher für die Arena der Erwerbstätigkeit, in der wir, die „Clowns“, alle auftreten müssen, wirft angeblich nicht mehr genug ab und wird aufgelöst. Genauer gesagt, die Clowns werden entlassen und müssen bei der Jobagentur ihr Glück versuchen. „Jobs für Clowns? Pah, macht sie weg!“ heißt es dort. „Künstlerpack! „Nummer ziehen!“ Als verwirrte*r Einzelne*r kann man da gar nichts ausrichten. Auch sinnfreie Praktika helfen nicht weiter. Aber wenn alle zusammenhalten? Das könnte die anderen das Fürchten lehren! Und so geschieht es hier tatsächlich.
„Die sieben Schwaben“ das bekannte Schwankmärchen von den sieben Tölpeln, die Gefahren sehen, wo keine sind, einen Hasen für ein Untier halten, echte Gefahren jedoch nicht erkennen und schließlich als fröhliche Engel im Himmel landen, hat Martin Pfaff jetzt für die Bühne bearbeitet. Spielbar ist das sehr amüsante, ungefähr 50minütige Stück für Jugendliche ab ca. 10 Jahren, ebenso von erwachsenen Spieler*innen für Kinder und Jugendliche.
- Unter www.dtver.de finden Sie im Newsletter-Archiv vom Oktober 2025 eine ausführliche Vorstellung des Regisseurs und Autors Martin Pfaff.
Der reiche „Jedermann“ und der arme Bauernsohn „Peer Gynt“ sind allseits bekannte Figuren, die sich mit der Frage beschäftigen müssen, wer sie eigentlich sind. Wir freuen uns, zu beiden Klassikern zwei neue Bearbeitungen anbieten zu können:
Martina Göhring erarbeitete für ihre eigene Theatergruppe einen „Jedermann“, der mit ca. 70 Minuten einerseits recht kurz ist, andererseits aber 17 – 25 Rollen bietet. Aufgeführt wurde das Stück im Freien. Die farbige, kraftvolle Sprache Hugo von Hofmannsthals hat die Autorin beibehalten, viele Passagen jedoch gekürzt, umgestellt und auf mehrere Figuren verteilt. Ein Harlekin führt durch die Handlung, die nach Belieben mit Musik ausgestaltet werden kann.
Genia Gütter ist Fachlehrerin für „Darstellendes Spiel“ arbeitet aber auch im Bereich des Amateur- und Freilichttheaters. Mit „Peer Gynt“ ist ihr eine sehr heutige Fassung des Klassikers von Henrik Ibsen für das Schultheater gelungen. Peer wird durch’s Leben geschleift – er ist ein Angeber, der sich treiben lässt, er hat die falschen Freunde, landet im Drogenmilieu und schließlich in der Psychiatrie. Am Ende weiß er immer noch nicht, wer er ist, aber eins ist sicher: Es gibt eine Frau, die ihn liebt. Das ist ja nicht wenig.
Zum Schluss noch der Hinweis auf die Sketche von Christoph Stehr: „Hornochse, Wiener Würstchen und TikDog“ und „Gehaltspoker, Generalstreik Gen Beta“.
Sketche sind ein eigenständiges Genre, und man merkt, dass Christoph Stehr es liebt. Mit je 10 Minuten sind seine Sketche etwas länger als ein Sketch üblicherweise ist, aber die Skurrilitäten unseres Alltags und unseres privaten Miteinanders werden voll ausgespielt, teilweise auch als Tierfabel, wenn etwa Hunde über Für und Wider von Nachwuchs treiten oder ein Bienenvolk streikt. In dieser Sammlung von je drei Kurzstücken findet sich zu vielen Gelegenheiten das Passende, auch als Vorspiel zu einer abendfüllenden Veranstaltung.
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Wir wünschen Ihnen einen frühlingshaften 1. Mai.
Mit herzlichen Grüßen von der Bergstraße
Ihr
Deutscher Theaterverlag
Gabriele Barth