Theaterstücke

*Herr Metitsch

Bei den Bad Essener Autorentagen 2013 „Stück auf!“ ging der Preis der Jury „Young Experts“ an den Monolog der Autorin Karin Strauß für Ihr Stück "Herr Metitsch". Die Jugendlichen liebten die Figur dieses älteren Mannes, der nach dem Bosnienkrieg nach Deutschland kam und sich weitgehend von der Welt zurückgezogen hat. Wie sie selbst hängt er ständig Gedanken nach, die zwar richtig sind, ihn aber nicht weiter bringen – Gedanken über Löcher in Gießkannen oder fliegende Öfen. Vergeblich versucht sein Sozialarbeiter, Herrn Metitsch, der in seinen Augen nur ein „Messie“ ist, in die sogenannte Realität zurück zu bringen. Dramaturgie, Sprache und Rhythmus, aber auch die Figurenführung und die Geschichte,die das Stück erzählt, haben die Jury überzeugt:
„Herr Metitsch“ ist ein Text mit großer Sogwirkung, der auf der Bühne nicht zwingend bebildert werden muss. Die Bilder entstehen durch die Erzählung des Protagonisten im Kopf des Zuschauers. 

Herrn Metitsch kann nichts wegwerfen, er hat deshalb für die Dinge seiner Umgebung ein ausgeklügeltes Ordnungssystem entworfen, das er penibel einhält. Die Ordnung der Dinge, nicht nur in ihrer Gegenständlichkeit, sondern auch nach ihrem Begriff, ist für Herrn Metitsch überlebensnotwendig.

Dieses Stück liegt auch in einer Hörspielfassung vor.
Wir schicken sie Ihnen auf Anfrage gerne zu.

 

Die Presse zur Uraufführung in Osnabrück:
„..Karin Strauß' Porträt eines Menschen, der sich nach traumatischen Erfahrungen immer mehr in sich selbst und seine Ordnungssysteme zurückzieht, war nicht nur intellektuell anregend und menschlich berührend, sondern auch wie gemacht für den ungewöhnlichen Spielort. Nur zögernd gewährt darin der von Fabian Müller mit großer Intensität verkörperte Herr Metitsch Einblick in seine Wohnung und sein Seelenleben. Während die knapp 20 Premierenzuschauer dem Schauspieler vom Bahnhof bis in den mit Kartons, alten Zeitungen und diversen Requisiten voll gestellten Waggon folgten, erlebten sie sich schon bald nicht mehr als neutrale Beobachter. Sie wurden Teil des Stücks, unmittelbare Adressaten des Monologs, in dem Herr Metitsch seine Art zu leben gegen das Unverständnis seiner Umwelt verteidigt.“
Neue Osnabrücker Zeitung, 18.10.2015

 

"Karin Strauß' Tragikomödie ist  (...) eine offene Kritik an der Wegwerfgesellschaft und zugleich eine eindrucksvolle Schmähschrift gegen jene Individuen, die einem Ausstieg aus den gängigen Ordnungen gleich mit dem ICD-10 oder DSM-Katalog zu begegnen wissen ..." 
Thomas Stachelhaus, literaturkritik.de/id/19260

 

Bildergalerie

Aufführungen des Ensembles "Lichtbühne" im Kultur- und Bürgerzentrum "Pasinger Fabrik" in München, im Oktober 2017. Copyright der Fotos: Silke Rößner

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Zu diesem Stück gehört außerdem: Tantieme von 10% der Bruttoeinnahmen pro Aufführung (+ Mwst.) mindestens aber:

Bestelldetails

Bestellnummer

E 831

Preis

13.80 €

Mindest​bestellmenge

2 Stück

Spieldauer

90 Minuten

Anzahl der Spieler

W:— M:1

Alter

Erwachsene